Die Internationale Astronomie- und Astrophysikolympiade ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb für astronomieinteressierte Schülerinnen und Schüler. Zur diesjährigen IOAA vom 02. bis 10. August in Keszthely, Ungarn, kamen 260 Schüler aus 46 Ländern zusammen.
Deutschland nahm in diesem Jahr zum ersten Mal an dem noch relativ jungen Wettbewerb teil. Die Initiative dazu kam von Ivan Kokhanovskyi von der LMU München. Das deutsche Nationalteam bestand aus Jonathan Gräfe (Gymnasium Dresden-Bühlau, Dresden), Lukas Hellmann (Albert-Schweitzer-Gymnasium, Erfurt), Ella Hutschenreiter (Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden), Franz Loose (Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden) und Max Schneider („Glückauf“-Gymnasium, Dippoldiswalde). Begleitet wurden sie von Ivan Kokhanovskyi und Ilja Göthel. Während Ella kurzfristig als Ersatz einsprang, haben sich die anderen vier in einem dreistufigen Auswahlwettbewerb unter Teilnehmern der Physikolympiade für das Team qualifiziert und wurden in einem selbstorganisierten, einwöchigen Trainingslager auf die Aufgaben der IOAA vorbereitet.
In Ungarn erwarteten die Schüler umfangreiche theoretische und praktische Aufgaben. Den ersten Wettbewerbsteil bildete die Data-Analysis-Klausur. Darin ging es um die Photometrie und Spektroskopie eines Nova-Sterns, sowie ein bedeckungsveränderliches Dreifachstern-System. Insbesondere der zweite Teil hatte es in sich und wurde entsprechend nur von einigen wenigen Schülern gelöst. Am gleichen Tag fand auch die erste Beobachtungsklausur (Night Observation) statt, bei welcher die Schüler mithilfe eines Teleskopes verschiedene Objekte (in diesem Fall Saturn, M57 und AF Cygni) am Nachthimmel finden und untersuchen mussten. Dazu hatten die Veranstalter 88 Teleskope auf dem angrenzenden Sportplatz aufgebaut, sodass die Schüler die Klausur in drei Durchgängen absolvieren konnten. Für den nächsten Tag stand ein Ausflug zu einer Burg inklusive Pferdeshow und mittelalterlichem Mittagessen auf dem Programm. Danach hieß es jedoch noch einmal volle Konzentration bei der fünfstündigen Theorieklausur, deren Aufgaben thematisch breit gefächert, aber an der ein oder anderen Stelle leider nicht hundertprozentig durchdacht waren. Als letztes stand noch die Planetariumsrunde auf dem Plan, bei welcher drei projizierte Sternhimmel hinsichtlich sichtbarer Sterne / Sternbilder, Zeit, Ort usw. analysiert werden mussten. Damit war der anstrengende Teil dann auch endlich geschafft und die Schüler hatten die Gelegenheit, bei Ausflügen nach Tihany und an den Balaton den Kopf frei zu kriegen.
Die deutschen Teammitglieder haben in den Klausuren solide Leistungen gezeigt (in der Theorie etwas mehr als bei der Beobachtung). Bei der feierlichen Abschlusszeremonie konnten sich Jonathan Gräfe und Max Schneider jeweils über eine Silbermedaille freuen. Lukas Hellmann erhielt eine Bronzemedaille und Franz Loose eine Honourable Mention. Im inoffiziellen Länderranking belegte Deutschland damit den 17. Platz. Zu erwähnen ist auch, dass Deutschland als einziges derjenigen vier Länder, welche das erste Mal an der IOAA teilnahmen, Medaillen holte. Die nächste IOAA findet 2020 in Columbien statt. Mit etwas Glück kann auch wieder ein deutsches Team an den Start gehen. Die Auswahlrunden dazu beginnen demnächst.