IOAA 2026 in Hanoi: Gold und Silber für Deutschland

IOAA 2026 in Hanoi: Gold und Silber für Deutschland

Voller Vorfreude und mit großen Ambitionen im Gepäck machte sich das deutsche Nationalteam am 24.09.2026 von München aus auf nach Hanoi. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Doha mit teils zweifelhaften Entscheidungen bei der Wahl des Abendessens erreichte die Delegation schließlich — knapp einen Tag später — das Land der Drachen.

Vor Ort wurde das Team von Nguyen Thi Hoa Van willkommen geheißen, die übrigens hervorragend Deutsch sprach, da sie seit zwölf Jahren als Deutschlehrerin an der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen tätig ist. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Einheimischen in Vietnam Deutsch durchaus besser als Englisch verstanden haben. Darüber hinaus waren einige der Organisatoren von der deutschen Mannschaft, insbesondere von Spielern wie Miroslav Klose oder Manuel Neuer, nicht ohne Grund begeistert.

Vom Flughafen aus ging es gemeinsam zum Campus der Phenikaa University, die für die nächsten Tage das (räumlich überschaubare) zu Hause der Schüler darstellen sollte. Für die Teamleader ging es nach einem kurzen Abschied und den obligatorischen Begrüßungsfotos weiter in Richtung Altstadt in das sehr zentral gelegene Army Hotel. Die Trennung währte allerdings noch nicht lang, denn am nächsten Tag fand die Opening Ceremony statt, in der Vietnams Pop-Sternchen zusammen mit dem hoch motivierten Nachwuchs durch das Programm führten. Erst dann hieß es auf längere Zeit Abschied nehmen.

Während sich die Schüler noch einen weiteren Tag lang erholen konnten, begann für die Teamleader bereits die Arbeit: Unzählige Seiten an Aufgaben wollten diskutiert und übersetzt werden. Wie üblich wurde auch die ein oder andere Nachtschicht eingelegt, doch glücklicherweise blieb diesmal sogar ein wenig Zeit, die nahegelegene Train Street oder das ein oder andere kulinarische Highlight zu besuchen. Überhaupt bot die Umgebung von Hotel und Konferenzzentrum einiges zu entdecken — von schildkrötenhuldigenden Tempeln über traditionelles Wassertheater bis hin zu grandiosen Streetfood-Geheimtipps. Während der langen Besprechungen der Klausuren wurden die Teamleader außerdem mit genügend Snacks versorgt, darunter Obst, 3-in-1-Kaffee sowie eine mehr als ausreichende Menge an Würstchen.

Insgesamt schien die Astronomieolympiade für die vietnamesische Hauptstadt ein Ereignis von enormer Bedeutung zu sein. Überall in der Stadt hingen an jeder Laterne meterhohe Plakate zu diesem Ereignis, genauso wie an den Schnellstraßen auf dem Weg zum Flughafen.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass auf dem Gelände der Gastuniversität für die IOAA innerhalb eines Jahres ein Planetarium gebaut wurde, in dem eine der Beobachtungsrunden stattgefunden hat. Überraschenderweise hat auch die Teleskopbeobachtungsrunde tatsächlich zum ersten Mal seit 2019 unter einem relativ klaren Himmel stattgefunden. Das während der Runde wechselnde Wetter hat jedoch für viele Diskussionen unter den Teamleadern gesorgt.

Für die Schüler standen neben dem anspruchsvollen Klausurprogramm leider nur wenige Exkursionen auf dem Programm (unter anderem in das Töpferdorf Bát Tràng). Doch immerhin durfte das gesamte Team kurz vor der Abreise gemeinsam das Zentrum von Hanoi besichtigen und anschließend Streetfood ausprobieren. Ein weiteres Highlight war der Cultural Evening, in welchem eine DACH-Vereinigung dem internationalen Publikum Major Tom schmackhaft machte. Getoppt wurde diese Darbietung nur von den Koreanern mit ihrer (sicherlich monatelang einstudierten) Performance von Gangnam Style.

Schließlich neigten sich die ereignisreichen Tage auch schon dem Ende entgegen und die Closing Ceremony bildete den krönenden Höhepunkt der Olympiade. Begleitet von Pop-Kreationen und dem vielfältigen Einsatz von Nebelmaschinen wurden die Medaillengewinner ausgezeichnet. Und auch hier räumte das deutsche Team ordentlich ab:

Lasse Jungermann (Max-Planck-Gymnasium Groß-Umstadt) sicherte sich eine hervorragende Goldmedaille, während Efe Gökkus (Albert-Schweitzer-Gymnasium Erlangen), Dmytro Mintenko (Max-von-Laue-Gymnasium Koblenz) und Mykyta Khitsenko (Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg) jeweils Silber abstaubten. Das deutsche Team komplementierte Levi Reckwell (Goetheschule Ilmenau).

Am nächsten Tag ging es auch bereits wieder nach Hause. Während des Umstiegs in Doha konnte man sich in einem im Flughafen angelegten Wald etwas die Zeit vertreiben und Schritte sammeln. Nach der Ankunft in München wurde das Team von den Eltern der Teilnehmenden herzlich begrüßt und verabschiedete sich mit Umarmungen voneinander.

Ein großes Dankeschön gebührt neben den beiden Teamleadern Ivan Kokhanovskyi und Jonathan Gräfe allen ehrenamtlichen Betreuern, die den Auswahlwettbewerb und die Vorbereitung ermöglicht haben, sowie allen finanziellen und ideellen Unterstützern, die die Teilnahme des deutschen Teams an der 19. IOAA 2026 getragen haben.